Kundenspezifische Zugangslösung für Produktionsbereiche mit erhöhter Feuchtebelastung
Für eine bestehende Produktionsanlage entwickelte NEERTEX eine individuell angepasste mobile Treppe, um einen schwer zugänglichen Anlagenbereich für wiederkehrende Wartungs- und Reinigungsarbeiten sicher und ergonomisch erreichbar zu machen.
Die vorhandene Anlagengeometrie ließ den Einsatz einer standardisierten Podestleiter nicht sinnvoll zu. Gleichzeitig sollte bewusst auf einen dauerhaft installierten Zugang verzichtet werden, damit die Verkehrs- und Arbeitsbereiche rund um die Anlage außerhalb der Wartungseinsätze frei zugänglich bleiben.
Die Lösung wurde deshalb als verfahrbare Sonderkonstruktion ausgeführt, die von einer Person an den vorgesehenen Einsatzort bewegt, dort sicher positioniert und anschließend für den Zugang verwendet werden kann.
Mobile Konstruktion mit sicherer Positionierung
Ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung war die Verbindung aus guter Manövrierbarkeit und hoher Standsicherheit während der Benutzung.
Die Treppe verfügt über vier bremsbare Edelstahl-Lenkrollen mit einem Durchmesser von 160 mm. Die eingesetzten Rollen sind für feuchte Einsatzbedingungen ausgelegt und besitzen einen Totalstopp zur sicheren Arretierung am vorgesehenen Einsatzort.
Zwei ergonomisch angeordnete Griffbereiche ermöglichen das kontrollierte Verfahren der Konstruktion durch eine Person. Nach dem Positionieren werden sämtliche Rollen arretiert, sodass aus der mobilen Zugangslösung für die Dauer der Benutzung eine standsichere Plattform entsteht.
Rutschhemmende Ausführung für feuchte Arbeitsbereiche
Besondere Aufmerksamkeit galt der Trittsicherheit. Wiederkehrende Reinigungsarbeiten können mit Feuchtigkeit und Verschmutzungen im unmittelbaren Arbeitsumfeld verbunden sein.
Die Trittflächen wurden deshalb mit einem stark rutschhemmenden Belag der Bewertungsgruppe R12/R13 ausgeführt. Zusätzlich wurde ein Belag mit ausgeprägtem Verdrängungsraum beziehungsweise Abflussprofil vorgesehen, damit Flüssigkeiten von der Trittfläche abgeführt werden können.
Seitliche Begrenzungen, Handläufe und konstruktiv definierte Trittflächen unterstützen einen kontrollierten Auf- und Abstieg.
Ergonomische Treppengeometrie als Sonderkonstruktion
Standardisierte Treppen konnten aufgrund der vorhandenen Platzverhältnisse und der erforderlichen Zugangshöhe nicht ohne Weiteres eingesetzt werden. Die Treppengeometrie wurde deshalb speziell auf die vorhandene Anlage abgestimmt.
Bei der Auslegung wurden die sicherheitstechnischen und ergonomischen Anforderungen einschlägiger Regelwerke berücksichtigt. Die Konstruktion orientiert sich unter anderem an der DIN EN 131-7 für mobile Podestleitern sowie an den für die Anwendung zweckmäßigen Gestaltungsgrundsätzen der DIN EN ISO 14122-3 hinsichtlich Treppengeometrie, Handläufen und sicherem Zugang.
Da es sich um eine kundenspezifische Sonderlösung für einen eindeutig definierten Einsatzfall handelt, wurden einzelne geometrische Anforderungen projektspezifisch bewertet und die sichere Verwendung entsprechend konstruktiv berücksichtigt.
Festigkeitsnachweis mittels FEM
Neben der konstruktiven Auslegung wurde die Tragstruktur auch rechnerisch untersucht. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den maßgeblich belasteten Schweißverbindungen der Rahmenkonstruktion.

Die relevanten Lastfälle wurden mittels Finite-Elemente-Methode (FEM) simuliert und die Beanspruchungen der kritischen Schweißnähte bewertet.
Die Treppe wurde für die Nutzung durch eine Person mit einer zulässigen Gesamtlast von 150 kg einschließlich persönlicher Schutzausrüstung und mitgeführtem Werkzeug ausgelegt.
Konstruktion, Berechnung und fertigungsgerechte Umsetzung aus einer Hand
Das Projekt zeigt, dass auch bei vermeintlich einfachen Zugangslösungen zahlreiche Anforderungen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Anlagengeometrie, Bewegungsflächen, Ergonomie, Standsicherheit, Rutschhemmung, Werkstoffauswahl und die spätere Handhabung beeinflussen die Konstruktion unmittelbar.
NEERTEX entwickelte die Lösung vom ersten Konzept über das 3D-CAD-Modell und die sicherheitstechnische Auslegung bis zum Festigkeitsnachweis und zur fertigungsgerechten Konstruktion.
Das Ergebnis ist eine kompakte mobile Treppe, die exakt auf ihren vorgesehenen Einsatzbereich abgestimmt ist und bei Nichtgebrauch aus dem Arbeitsbereich entfernt werden kann.